Beiträge vom Oktober, 2009

Droht Deutschland eine Bildungskrise?

Donnerstag, 15. Oktober 2009 12:38

Leider hat man den Eindruck, die Verantwortlichen wollen es schon gar nicht mehr hören. Und es mehren sich auch die Stimmen, die sagen: Schon wieder eine Bildungsstudie? Es ist richtig: Im Bildungssektor wird – von IGLU über PISA bis zur OECD-Studie – viel untersucht und evaluiert. Ich finde das gut und wichtig!

Die meisten Länder wollen genau wissen, wo sie stehen. Sie brauchen die durch Bildungsstudien ermittelten Fakten, um ihre künftige Bildungspolitik strategisch zu planen. Denn um nichts anderes geht es: Was muss ein Land tun, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben? Es muss permanent daran arbeiten, besser zu werden. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten die Schulen und Hochschulen. Daher dürfte es selbstverständlich sein, dass nur dann qualifizierte Absolventen für die Berufswelt – egal ob in der Praxis oder in der Forschung und Wissenschaft – zur Verfügung stehen, wenn an zeit- und bedarfsgemäß ausgestatteten Schulen und Hochschulen gelehrt werden kann.

Das ist das Wunschbild. Wie die Ergebnisse nahezu aller Bildungsstudien der vergangenen Jahre jedoch zeigen, ist Deutschland davon weit entfernt. Ich frage mich, warum das so ist. Nirgends differieren wohl Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung so sehr wie in der deutschen Bildungspolitik. Selbst miserable Rankings werden schöngeredet, bis die Aufmerksamkeit der Medien erlischt. Geändert wird anschließend jedoch wenig. Ist den Beteiligten eigentlich klar, dass sie damit die Zukunftsfähigkeit unseres Landes aufs Spiel setzen?

Damit wir uns richtig verstehen: Ich schätze das persönliche Engagement der meisten Lehrerinnen und Lehrer, Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer. Sie leisten meist sehr gute Arbeit. Aber auch sie können ihr Engagement eben nur innerhalb der Rahmenbedingungen frei entfalten, die ihnen durch die Politik bzw. die Träger der Schulen und Hochschulen gesetzt werden. Und diese Rahmen sind zu eng gesteckt.

Die neueste Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) belegt zusätzlich eindeutig: Deutschland investiert zu wenig in seine Zukunft. Ich befürchte, dass der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise schon bald eine Bildungskrise folgt. Deren Auswirkungen für unser Land werden noch verheerender sein als das derzeitige Konjunkturtief. Wir brauchen effektivere Schulsysteme, eine bessere Ausstattung der Hochschulen und bessere Personalschlüssel an Schulen und Hochschulen.

Mathematik, Naturwissen- und Ingenieurwissenschaften sind Grundlagendisziplinen, die wirtschaftlichen Fortschritt und internationale Wettbewerbsfähigkeit durch Forschung, Entwicklung und Innovationen ermöglichen. Ergänzt durch Soft Skills und Fremdsprachenkenntnisse geben sie Ingenieuren und Naturwissenschaftlern die notwendigen kommunikativen und gesellschaftlichen Kompetenzen und lassen sie international konkurrenzfähig bleiben.

Wir sollten konzentriert daran arbeiten, den Stellenwert von Ingenieuren in unserer Gesellschaft weiter zu fördern und auszubauen. Und wir sollten beginnen, Bildungspolitik als das zu betrachten, was sie in Wirklichkeit ist: Der wichtigste Baustein für die Sicherung der Zukunft unseres Landes.

Lesen sie hierzu auch die Pressemitteilung der IK-Bau NRW vom 10. September 2009.


Thema: Hochschulen und Bildung | Kommentare (0) | Autor:

Guten Tag!

Montag, 12. Oktober 2009 13:21

Willkommen auf meinem neuen Blog. Mein Name ist Heinrich Bökamp, seit 20. März 2009 bin ich Präsident der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen, der größten berufsständischen Vertretung der Ingenieurinnen und Ingenieure des Bau- und Vermessungswesens in Deutschland.

Bloggen ist etwas Neues für mich, und ich bin schon sehr gespannt auf die Kontakte und Diskussionen, die sich hier ergeben werden. Warum habe ich beschlossen, mich künftig auf diesem Weg zu äußern? Dieses Blog ist keine Alternative zur täglichen Medienarbeit unserer Kammer. Es stellt für mich vielmehr eine zusätzliche Möglichkeit dar, mich aktiv an Diskussionen zu beteiligen und meine Positionen zu politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und berufspolitischen Themen darzulegen.

Anders, als dies bei den klassischen Medien wie Print, TV oder Hörfunk der Fall ist, besteht hier jedoch eine hervorragende Möglichkeit, auch zuzuhören. Sie als Leser dieses Blogs können jederzeit die von mir vertretenen Standpunkte kommentieren. Und genau das fasziniert mich und darauf freue ich mich. Denn ich möchte genau das: Zuhören. Ihre Meinung kennen lernen, mit Ihnen Argumente austauschen. Von Ihnen auf neue Aspekte, Themen und Trends hingewiesen zu werden, das ist mir wichtig. Darum freue ich mich, wenn Sie von der Kommentarfunktion regen Gebrauch machen!

Womit wird sich dieses Blog inhaltlich beschäftigen? In erster Linie natürlich mit den Dingen, die Ingenieurinnen und Ingenieure des Bau- und Vermessungswesens interessieren und beschäftigen: wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Bildungs- und Hochschulpolitik, Qualität beim Planen und Bauen, Vorschriften, Normen und Regelungen, Fort- und Weiterbildung, internationale Zusammenarbeit. Aber Sie werden auch Beiträge finden über die Aktivitäten unserer Kammer wie beispielsweise unsere Imagewerbekampagne, unsere Veranstaltungen und Aktionen zur Nachwuchsförderung oder schlicht über Neuigkeiten in der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen selbst. Das Themenspektrum steht nicht abschließend fest – wie auch? Es wird sich entwickeln, und es wird sich auch an Ihren Interessen orientieren.

Dieses Blog ist übrigens nicht das Einzige, was wir im Web2.0/3.0 tun. Wir haben kürzlich eine Facebook-Seite eingerichtet. Auch dort können Sie sich jederzeit über die Aktivitäten der IK-Bau NRW informieren. Und wenn Sie keine Neuigkeit verpassen möchten, dann folgen Sie unserer Kammer doch einfach auf Twitter.

Sie sehen: Wir gehen in unserer Kommunikation moderne Wege. Wir tun dies, weil wir zum einen Freude daran haben, Neues auszuprobieren – wie sind schließlich Ingenieure! –, zum anderen, weil „Social Media“ heute für immer mehr Menschen zum Alltag gehört. Und wir sind gerne dort, wo sich die Menschen aufhalten, für die wir uns und die sich für uns interessieren. Denn nur so findet ein Dialog statt.

Ich freue mich auf Sie!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Dr.-Ing. Heinrich Bökamp


Thema: Allgemein | Kommentare (0) | Autor:

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