Die Kammer beteiligt sich am geplanten BaukunstArchiv NRW

Unsere Vertreterversammlung hat in ihrer jüngsten Sitzung in Essen einen aus meiner Sicht wunderbaren und zukunftsweisenden Beschluss gefasst: Wir als Kammer werden uns an dem geplanten BaukunstArchiv beteiligen, das künftig Ingenieurleistungen und Ingenieurnachlässe angemessen und sinnvoll verwahrt, aber auch zugänglich macht und ausstellt.

Für mich ist es sehr erfreulich, dass jetzt dieses Forum entsteht. Bislang war es leider häufig so, dass wichtige Nachlässe einer ganzen Generation von Ingenieuren und Planern, die das Baugeschehen in der Nachkriegszeit in NRW geprägt haben, einfach verloren ging. Die Situation war einfach unbefriedigend. Und für NRW nachteilig. Denn weil eine zentrale Anlaufstelle fehlt, gelangten die Nachlässe, sprich Wissen und Kreativität pur, häufig in überregionalen Spartenarchiven. Aber es geht auch noch um mehr als das. Der Schutz der Unterlagen von Architekten und Bauingenieuren sichert auch die Bauten selbst. Denn die Dokumente bieten detailliert die Grundlage, um Bauten Instand zu halten. Oder auch zu rekonstruieren. Denn bisweilen überdauern die Pläne die Gebäude selbst.

Wie spannend solche Archive arbeiten können, sieht man beispielsweise am Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst (saai) der (Exellenz-) Universität Karlsruhe. Übrigens ganz aktuell: In einer hervorragenden, so sorgfältigen wie klar gegliederten Präsentation wurde gerade im Kuriengebäude in Köln eine Retrospektive zu dem uns allen bekannten Fritz Leonhardt gezeigt, die in Karlsruhe aus dem Nachlass zusammengestellt worden war.

Sicher, es gibt auch das ausgezeichnet arbeitende A:AI der TU Dortmund. Seit 1995 sind dort bereits über 40 Vor- und Nachlässe zusammengekommen. Das zeigt besonders eines: Der Bedarf an einem solchen Archiv ist riesig. Und der Nutzen ist es auch. Denn neben Ausstellungen, die aus den Beständen entstanden sind, generierten sich auch zahlreiche Diplom- und Doktorarbeiten aus der Sammlung. Gleichzeitig ist das große Potential und das schnelle Wachstum für das A:AI auch der limitierende Faktor: Die Räumlichkeiten erlauben einfach keine weitere Expansion. Sprich: Das Archiv platzt schon jetzt aus allen Nähten. Eine Gesamtlösung ist also dringend angesagt.

Und ich glaube, dass das BaukunstArchiv uns Bauingenieuren noch mehr Vorteile bringt. Es beseitigt nicht nur die Namenlosigkeit unserer Arbeit, sondern eine kreative Präsentation wird auch inspirierend für unseren Nachwuchs sein.

Besonders passend ist für mich auch der Ort für das neue Archiv: Wir bekommen Räumlichkeiten auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen. Ein starkes Symbol für Bauingenieurkunst in NRW. Damit erneuert NRW-Bauminister Lutz Lienenkämper eine Zusage, die sein Amtsvorgänger Oliver Wittke zuvor bereits gemacht hatte.

Ich freue mich darauf, jetzt in den Gründungsprozess mit einzusteigen!


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Datum: Montag, 14. Dezember 2009 15:01
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