Workshop-Reihe startet am 25. Januar

Was macht mich als Arbeitgeber aus? Warum sind die Arbeitsplätze in meinem Unternehmen attraktiv? Wer auf diese Fragen eine Antwort findet, könnte auch einem anderen Thema in Sachen Personal näherkommen: Wir würden gern mehr Ingenieurinnen einstellen. Aber die Frauen bewerben sich nicht.

„Employer Branding. Auf dem Weg zur Arbeitgebermarke“ heißt einer von vier Workshops im Programm „Auf Frauen bauen!“. Zugeschnitten auf die Fragen kleiner und mittlerer Ingenieurbüros wird hier gezielt an Strategien gearbeitet, um in Personalmarketing und -entwicklung stärker die Perspektiven und Bedürfnisse weiblicher Bewerberinnen und Mitarbeiterinnen zu berücksichtigen. Denn während viele Büros über einen Ingenieur- und Fachkräftemangel klagen, steigt an den Hochschulen die Zahl der Absolventinnen im Bauingenieurwesen. So hat sich in den vergangenen vier Jahren die Zahl der Studienanfängerinnen sogar verdoppelt. Von diesem Potenzial können die Ingenieurbüros profitieren – um offene Stellen zu besetzen, aber auch, um im Projektmanagement stärker mit gemischten Teams erfolgreich zu sein. Denn dass diese effektiver sind, hat u. a. die Unternehmensberatung McKinsey errechnet. Mit mehr als drei Frauen im Vorstand erwirtschafteten die untersuchten Betriebe eine 53 Prozent höhere Rendite.
Die IK-Bau NRW ist Kooperationspartner im Projekt „Frauen fördern – Fachkräfte entwickeln“. Die Teilnahme an den Workshops, die ab Ende Januar stattfinden, ist kostenfrei. Die Themen und Termine 2013 im Überblick (Infos und Anmeldung: www.auf-frauen-bauen.de):
• 25. Januar: Arbeitszeitmodelle und Personalstrategien
• 15. März: Der Arbeitgeber als Marke – Employer Branding und Akquisestrategien
• 14. Juni: Personalentwicklung und Führungskompetenz
• 13. September: Joker-Workshop für konkrete betriebliche und strategische Fragen

Aktive Nachwuchswerbung – ein „Muss“ für unseren Berufsstand

Schon bald stehen die Abtiurprüfungen an. Zeit also für viele junge Menschen, sich über ihren weiteren beruflichen Lebensweg Gedanken zu machen. Wir würden uns freuen, wenn sich möglichst viele, die Spaß an technischen und naturwissenschaftlichen Themen haben, für ein Ingenieurstudium interessieren würden. Die Kammer ist seit einigen Jahren sehr aktiv, um Schülerinnen und Schülern die Faszination am Ingenieurberuf und den beruflichen Herausforderungen, sich sich dort ergeben, zu vermitteln. Was genau wir tun, das zeigt dieses kurze Interview. Weitere Informationen zu unseren vielfältigen Aktivitäten für Schülerinnen und Schüler (und Lehrkräfte) gibt es hier. Und weil wir natürlich auch während des Studiums und des Berufseinstiegs niemanden alleine lassen, haben wir auch für Studierende und für junge Ingenieurinnen und Ingenieure das passende Angebot parat.
 

 

Wissenschaftsministerium und Ingenieurkammer planen noch engere Zusammenarbeit

Interview am Rande der Vorstands-Klausurtagung Ende August in Münster.

Droht Deutschland eine Bildungskrise?

Leider hat man den Eindruck, die Verantwortlichen wollen es schon gar nicht mehr hören. Und es mehren sich auch die Stimmen, die sagen: Schon wieder eine Bildungsstudie? Es ist richtig: Im Bildungssektor wird – von IGLU über PISA bis zur OECD-Studie – viel untersucht und evaluiert. Ich finde das gut und wichtig!
Die meisten Länder wollen genau wissen, wo sie stehen. Sie brauchen die durch Bildungsstudien ermittelten Fakten, um ihre künftige Bildungspolitik strategisch zu planen. Denn um nichts anderes geht es: Was muss ein Land tun, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben? Es muss permanent daran arbeiten, besser zu werden. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten die Schulen und Hochschulen. Daher dürfte es selbstverständlich sein, dass nur dann qualifizierte Absolventen für die Berufswelt – egal ob in der Praxis oder in der Forschung und Wissenschaft – zur Verfügung stehen, wenn an zeit- und bedarfsgemäß ausgestatteten Schulen und Hochschulen gelehrt werden kann.
Das ist das Wunschbild. Wie die Ergebnisse nahezu aller Bildungsstudien der vergangenen Jahre jedoch zeigen, ist Deutschland davon weit entfernt. Ich frage mich, warum das so ist. Nirgends differieren wohl Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung so sehr wie in der deutschen Bildungspolitik. Selbst miserable Rankings werden schöngeredet, bis die Aufmerksamkeit der Medien erlischt. Geändert wird anschließend jedoch wenig. Ist den Beteiligten eigentlich klar, dass sie damit die Zukunftsfähigkeit unseres Landes aufs Spiel setzen?

Damit wir uns richtig verstehen: Ich schätze das persönliche Engagement der meisten Lehrerinnen und Lehrer, Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer. Sie leisten meist sehr gute Arbeit. Aber auch sie können ihr Engagement eben nur innerhalb der Rahmenbedingungen frei entfalten, die ihnen durch die Politik bzw. die Träger der Schulen und Hochschulen gesetzt werden. Und diese Rahmen sind zu eng gesteckt.
Die neueste Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) belegt zusätzlich eindeutig: Deutschland investiert zu wenig in seine Zukunft. Ich befürchte, dass der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise schon bald eine Bildungskrise folgt. Deren Auswirkungen für unser Land werden noch verheerender sein als das derzeitige Konjunkturtief. Wir brauchen effektivere Schulsysteme, eine bessere Ausstattung der Hochschulen und bessere Personalschlüssel an Schulen und Hochschulen.

Mathematik, Naturwissen- und Ingenieurwissenschaften sind Grundlagendisziplinen, die wirtschaftlichen Fortschritt und internationale Wettbewerbsfähigkeit durch Forschung, Entwicklung und Innovationen ermöglichen. Ergänzt durch Soft Skills und Fremdsprachenkenntnisse geben sie Ingenieuren und Naturwissenschaftlern die notwendigen kommunikativen und gesellschaftlichen Kompetenzen und lassen sie international konkurrenzfähig bleiben.
Wir sollten konzentriert daran arbeiten, den Stellenwert von Ingenieuren in unserer Gesellschaft weiter zu fördern und auszubauen. Und wir sollten beginnen, Bildungspolitik als das zu betrachten, was sie in Wirklichkeit ist: Der wichtigste Baustein für die Sicherung der Zukunft unseres Landes.
Lesen sie hierzu auch die Pressemitteilung der IK-Bau NRW vom 10. September 2009.